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WandernTipps / Tipps für alpines Hüttenwandern --> Bergwacht und Alpenverein empfehlen für Bergtouren:

Gutes Schuhwerk ist wichtig (knöchelhoch)
Regenschutz, Handschuhe, Mütze und Biwaksack gehören in jeden Rucksack. Im Hochgebirge kann es bei Wetterstürzen plötzlich winterlich kalt werden.
Bei Touren vor allem im Hochsommer die kühlen Morgenstunden zum Aufstieg nutzen
Genügend (nichtalkoholisches) zum Trinken mitnehmen, Sonnenschutz nicht vergessen (Creme, Kopfbedeckung)
Tour im langsamen Tempo beginnen, gleichmäßig gehen
Vor allem im Frühsommer gilt: Vorsicht Altschneefelder
Alpininformation Oberstdorf: Telefon: 08322/700-200 (persönlich) und Bandansage: 08322/700-239

Wandern mit Kindern
Was man bei Touren mit Kindern unbedingt beachten sollte, damit der Spaß nicht verloren geht.

Es war einfach nur schlimm: Der Neunjährige am Seil schrie wie am Spieß. „Papa, du Idiot“ war noch eine der harmlosesten Beschimpfungen. Der Bub zitterte am ganzen Körper, rastete völlig aus: „Ich will nicht mehr, ich will hier raus …“
Totale Panik hatte der Bub an einem ausgesetzten Stück des Hindelanger Klettersteigs bekommen, obwohl der Vater ihn am Seil sicherte. Wie ein Wilder trat der Junge gegen den Fels, heulte und schrie. Dem Vater war das natürlich überaus peinlich. Aber in diesem Bereich des Klettersteiges gab es keine Möglichkeit, die Tour abzubrechen.

Spätestens jetzt wurde dem Vater klar: Er hatte sein Kind hoffnungslos überschätzt und überfordert. Vielleicht, so schoss es ihm durch den Kopf, kann ich den Kleinen nie mehr für den Bergsport motivieren.

So muss die Bergtour nicht enden: Wandern und erst recht das Klettern kann Kindern sehr viel Spaß machen. Der berühmt-berüchtigte Knatsch unterm Gipfelkreuz muss nicht sein, wenn man’s richtig angeht. Ein Ziel wie beispielsweise ein markanter Berggipfel wird für Kinder oft schon beim Anblick eines Ameisenhaufens uninteressant.

Oder der kleine Alpensalamander ist auf einmal aufregender als die höchste Felswand. Viel mehr als das Bergpanorama interessiert Kinder oft ein umgestürzter Baum, ein verlassener Heustadel oder ein wilder Bach. Erlebnisorientierte Spielformen sollten daher in Bergtouren eingebaut werden (zum Beispiel einen Staudamm bauen). In vielen Familiengruppen der örtlichen Alpenvereins-Sektionen wird dies so gemacht. Ganz generell gilt: Kinder haben zu zweit oder in der Gruppe immer mehr Spaß. Also: Am besten einen Freund oder eine Freundin des Nachwuchses mitnehmen.

Den Nachwuchs nicht überfordern
Einige wichtige „Spielregeln“, die Eltern unbedingt beachten sollten, wenn sie mit dem Nachwuchs im Gebirge unterwegs sind:

Mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren sollte man nicht länger als drei bis vier Stunden wandern.
In der Kraxe können Eltern ihre Kinder schon mitnehmen, sobald sie stabil sitzen können. Kindergarten-Kindern darf man noch keine größeren Leistungen abverlangen und auch keine schweren Rucksäcke tragen lassen, die ihrem Knochenbau schaden können. (Kinder sollten nicht mehr als 10 Prozent ihres Körpergewichtes auf dem Rücken tragen)
Die notwendige Ausdauer für Tagestouren bringen erst Schulkinder auf. Auch sie brauchen noch viele Pausen – weniger zum Ausruhen als vielmehr zum Spielen.

Die Ausdauer von Kindern hängt sehr stark vom Unterhaltungswert der Wanderung ab.
Einfaches Wandern - womöglich auf breiten Fahrwegen - ödet Kinder an.
Klettern zum Beispiel macht den Kleinen fast immer Spaß. Dabei genügen schon ein paar mannshohe Felsbrocken.

Generell gilt: Mit anderen Kindern – Nachbarn oder (Schul-)Freunden – macht eine Tour doppelt so viel Spaß.
Die Zeitangaben in der üblichen Literatur gelten für Erwachsene. Wer mit Kindern unterwegs ist, rechnet besser mit der doppelten bis dreifachen Zeit.

Planen Sie Ihre Touren am besten zusammen mit den Kindern. Die Aussicht auf eine attraktive Rast oder ein zünftiges Picknick mit Spielen oder eine Übernachtung in der Hütte steigert die Vorfreude und das Durchhaltevermögen.
Besonders wichtig für Kinder: Essen und Trinken. Eltern unterschätzen oft vor allem den Flüssigkeitsbedarf ihrer Sprösslinge.

Für eine Drei-Stunden-Wanderung sollte man schon einen Liter pro Kind mitnehmen.
Zum Essen haben sich Obst, Nüsse, Schokolade, Müsli-Riegel und Fruchtschnitten bewährt. Alles eben, was Kindern gut schmeckt.

Auch die übrige Ausrüstung muss stimmen. Bergschuhe mit Profilsohlen, Sonnen- und Regenschutz. Auch eine Notapotheke sollte immer dabei sein.